Hier­ar­chie­de­sign — Ein sze­ni­scher, inter­ak­ti­ver Vor­trag mit Musik

Theater für Veränderung

Wie bringt man den Men­schen Ide­en näher? Indem man ihnen ein Bild in den Kopf setzt. Was wäre dafür bes­ser geeig­net als Thea­ter! Das Schar­la­tan Thea­ter für Ver­än­de­rung unter­stützt seit Jah­ren Orga­ni­sa­tio­nen dabei, Ver­än­de­run­gen mit Humor nach­hal­tig zu kom­mu­ni­zie­ren. Auf dem Chan­ge Con­gress 2019 stel­len Micha­el Bandt & Tom Fried­län­der in einem sze­ni­schen, inter­ak­ti­ven Vor­trag das The­ma Hier­ar­chie­de­sign und die Tücken der infor­mel­len Hier­ar­chie dar. Micha­el Bandt ist künst­li­cher Lei­ter des Thea­ters und wir haben ihn vor­ab gefragt, wie das Kon­zept funk­tio­niert.

Schar­la­tan Thea­ter für Ver­än­de­rung Hier­ar­chie­de­sign

Wie kann Busi­ness-Thea­ter hel­fen, Chan­ge-Pro­zes­se umzu­set­zen und eine Idee näher zu brin­gen?

Wir hel­fen Chan­ge-Pro­zes­se umzu­set­zen, indem wir die ange­streb­te Ver­än­de­rung visua­li­sie­ren und erleb­bar machen. Wir ermög­li­chen mit unse­ren Insze­nie­run­gen dem Zuschau­er einen Blick in die ange­dach­te Zukunft, häu­fig aus der Per­spek­ti­ve eines Beden­ken­trä­gers. Die­ser wird mit all sei­nen Vor­be­hal­ten und Ängs­ten ernst­ge­nom­men und lie­bens­wert gezeich­net, um ihn dann Schritt für Schritt an das neue Phä­no­men her­an­zu­füh­ren. Der Beden­ken­trä­ger nimmt gewis­ser­ma­ßen mit sei­ner per­sön­li­chen (Stück-)Entwicklung die Ver­än­de­rung stell­ver­tre­tend für das Publi­kum vor­weg. Wir neh­men dem Neu­en damit den Schre­cken.

Als Schau­spie­ler wer­den Sie oft auch frei impro­vi­sie­ren. Auch im Chan­ge Manage­ment lässt sich nicht jede Etap­pe voll­stän­dig durch­pla­nen. Wie kann man sei­ne eige­nen Impro­vi­sa­ti­ons­küns­te för­dern bzw. trai­nie­ren?

In einem mei­ner Work­shops der Schar­la­tan Aca­de­my habe ich einen Bau­stein, der nennt sich: „Die Beja­hung der Dif­fe­renz“. Zwei Work­shop-Teil­neh­mer sind auf­ge­for­dert, gemein­sam eine Sze­ne zu spie­len — aber so, als kämen sie aus zwei unter­schied­li­chen Wel­ten. Ein Teil­neh­mer spielt die Sze­ne z.B. als sei er im Wil­den Wes­ten und der ande­re als sei er in der Zukunft auf einem Raum­schiff. Ziel ist es die eige­ne Per­spek­ti­ve durch­zu­hal­ten und die Situa­ti­on trotz­dem gemein­sam zu gestal­ten . Bei die­ser Übung wird jedem klar, dass Impro­vi­sa­ti­on die Kunst ist, auf der einen Sei­te sei­ner Welt, sei­ner Rol­le, sei­nem Ziel treu zu blei­ben und auf der andern aber gemein­sam an den Schnitt­stel­len der zwei Wel­ten, Rol­len und Zie­len zu arbei­ten.

Es ist ja nicht immer leicht, in sei­nem Team Ver­än­de­run­gen zu kom­mu­ni­zie­ren. Haben Sie einen Tipp, wie man mit „Lam­pen­fie­ber“ und der Angst vor nega­ti­ven Reak­tio­nen umge­hen kann?

Also was mir immer hilft, ist es, mir zu über­le­gen, was mein größ­ter Kri­ti­ker mir bei mei­ner ange­dach­ten Neue­rung vor­wer­fen könn­te und genau die­sen Vor­wurf selbst zu benen­nen und offen anzu­spre­chen. Als nächs­ten Schritt bezeich­ne ich mei­ne Neue­rung als Opti­on 1, den größ­ten Vor­wurf der Neue­rung gegen­über als Opti­on 2 und fra­ge dann, wie sieht Opti­on 3, 4 und 5 aus. Aus der Viel­zahlt der Optio­nen kann ich dann aus dem Vol­len schöp­fen und brau­che nicht den Man­gel ver­wal­ten. Für die Prä­sen­ta­ti­on mei­ner Optio­nen pfle­ge ich den Grund­satz: Die best­mög­li­che Vor­be­rei­tung mit größt­mög­li­cher Offen­heit. Das Eine ohne das Ande­re wäre ein zahn­lo­ser Tiger.

Wel­chen Stel­len­wert räu­men Sie dem The­ma Selbst­or­ga­ni­sa­ti­on in Zukunft ein?

Selbst­or­ga­ni­sa­ti­on im Sin­ne der Fähig­keit sein eige­nes Arbeits­le­ben zu orga­ni­sie­ren wird immer wich­ti­ger. Heut­zu­ta­ge ver­ste­hen sich die Indi­vi­du­en auf dem frei­en Markt als eige­ne Mar­ken. Der Anteil der Free­lan­cer in Krea­tiv­pro­zes­sen steigt seit Jah­ren ste­tig und auch inner­halb der gro­ßen glo­bal Orga­ni­sa­tio­nen sehen sich die Mit­ar­bei­ter der nächs­ten Genera­ti­on eher als „Inter­nal Entre­pre­neurs“. Mit die­ser wach­sen­den Selbst­stän­dig­keit steigt auch die Anfor­de­rung an die Selbst­or­ga­ni­sa­ti­on. Der Life-Opti­mi­za­ti­on Mega­trend mit Schwer­punkt auf „Life-Hacking“ und Per­for­mance-Impro­ve­ment unter­streicht die­se Ent­wick­lung und dem­entspre­chend boomt auch der Markt für Apps, Gerä­te und Stra­te­gi­en, die für die­se Art von Ambi­ti­on hilf­reich ist.

Ihr habt Fra­gen, Anmer­kun­gen, Lob oder Kri­tik? Wir freu­en uns auf Eure Nach­rich­ten an:
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Herz­li­che Grü­ße von eurem Chan­ge Con­gress Team